Eine Währung – ein Zinssatz. Oder etwa nicht?
Allgemein wird die Rendite einer Staatsanleihe mit einer Laufzeit von 10 Jahren als Benchmark oder Referenzrendite für eine Währung betrachtet. Wie sieht’s im EURO aus? Im vor einigen Jahren künstlich ins Leben gerufenen Währungskorb gibt’s Staatsanleihen und Staatsanleihen. So muss Italien fast ein halbes Prozent mehr bezahlen als Deutschland, wenn es einen Kredit mit einer Laufzeit von zehn Jahren beanspruchen will. Sollte eigentlich gar nicht sein! Dies kann als kleines Misstrauensvotum der Finanzmärkte betrachtet werden. Die Marktteilnehmer glauben nicht an ein “Bailout” von Italien. Sie glauben nicht an einen solidarischen Umgang der EURO-Länder.
Im Extremfall signalisiert der Markt hier ein Auseinanderbrechen des EUROs oder zumindest das Austreten einzelner Länder aus dem Währungskorb. In diesem Zusammenhang werden immer wieder die PIGS-Länder erwähnt. Sollte keinesfalls ins englische übersetzt werden… sondern steht für Portugal Italien Griechenland Spanien – die ehemaligen Weichwährungs-Länder. Der EURO und die Europäische Zentralbank stehen womöglich vor der ersten grösseren Bewährungsprobe. Und dies zum Zeitpunkt, wo der EURO im Verhältnis zum USD deutlich überbewertet ist. Es ist wohl an der Zeit, einzelne EURO-Obligationen in USD-Obligationen (kurze Laufzeiten, nur beste Schuldnerqualität) umzutauschen.
Quelle: John Mauldin, 30.5.08, Reuters EcoWin









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