USD-Aufwärtstrend – “Gekommen, um zu bleiben!”

by rwilli on 10. August 2008

Seit mehr als zwanzig Jahren beobachte ich Finanzmärkte. Dabei ist mir aufgefallen, dass es immer wieder Situationen gibt, in denen die Marktteilnehmer äusserst einseitig positioniert sind. Man hat das Gefühl, dass “alle” die gleiche Meinung haben. Dies geschieht in unregelmässigen Zeitabständen und in allen Märkten, egal ob es sich um Aktien, Rohstoffe, Währungen oder Zinsen handelt. Solche Signale sind für mich zuverlässiger als alle erdenklichen Research-Reports von Ökonomen oder anderen selbsternannten Experten.

Der US Dollar hat uns im Frühling eine solche Situation präsentiert. Wer von Ihnen hätte bei einem Kurs von 0.98 (gegen CHF) noch einen “Pfifferling” auf den Dollar gewettet? Die ganze Welt war sich einig, dass die enormen Zwillingsdefizite der USA (Budgetdefizit und Handelsbilanzdefizit) zu einem weiter sinkenden USD führen müssen. Mit wem ich auch gesprochen habe, niemand hatte ein gutes Wort für den Greenback übrig. Ein deutliches Signal.

 USD Aufwärtstrend – Gekommen, um zu bleiben!

Nun, in solchen Situationen kommt es immer anders als die Masse glaubt. Es gilt zu bedenken, dass die Finanzmärkte alles tun, um uns schlecht aussehen zu lassen. Nach einer längeren Phase mit seitwärts tendierenden Kursen und einigen zaghaften Versuchen, die Hürde von 1.05 zu überwinden, hat nun letzte Woche der “Ausbruch” stattgefunden. Da viele Marktteilnehmer auf dem falschen Fuss erwischt wurden, ist die Bewegung entsprechend heftig ausgefallen. Der USD hat gegen die meisten Währungen – allen voran EUR, GBP und CHF – die grösste wöchentliche Kurssteigerung seit mehr als drei Jahren

Investoren sollten das weitere Aufwärtspotential des USD keinesfalls unterschätzen! Der junge Aufwärtstrend hat letzte Woche beschleunigt und es ist gut möglich, dass wir hier Zeugen von einer längerfristigen Trendumkehr werden. Es würde mich nicht überraschen, wenn der USD gegen CHF sehr rasch die Hürde von 1.10 nehmen würde. EUR-Bullen könnten enttäuscht werden. Der Euro (heute bei 1.50) kann noch in diesem Jahr problemlos auf 1.40 fallen.

Quelle: Chart UBS, eigener Text

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