Die zunehmend globale Kreditkrise (siehe auch Decoupling? Re-Coupling!) beschäftigt weiterhin die Finanzmärkte. Die Frage, WANN die Kreditkrise zu Ende geht, kann von niemandem seriös beantwortet werden. Aber man kann heute schon nach Indikatoren für eine zu Ende gehende Kreditkrise suchen. Hier ein Versuch:
1) Normalisierung bei den Credit Spreads
Credit Spread bezeichnet den Aufpreis, welchen eine Firma bei der Kreditaufnahme im Vergleich zum Staat oder zu einem Top-Schuldner bezahlen muss. Beispiel: Vor zwei Wochen musste eine durchschnittliche US-Firma 315 Basispunkte mehr bezahlen als eine Staatsanleihe der USA mit gleicher Laufzeit. Anders ausgedrückt: Sie muss 3.15% Zins mehr bezahlen als der Staat.
Der Chart macht deutlich, dass die Credit Spreads im historischen Vergleich sehr hoch sind. Ein Rückgang der Risikoaufschläge auf langfristige Durchschnittswerte wird ein erstes wichtiges Signal für ein Ende der Kreditkrise sein.
2) Nationalbanken stellen ihre Rettungsaktionen ein
Alle bisherigen Aktionen der Nationalbanken haben einen gemeinsamen Nenner: Zeit gewinnen. Zusätzliche Liquidität im Markt oder die Möglichkeit, “schlechte Qualitäten” als Sicherheit für kurzfristige Kredite zu geben (Term Auction Facilities) sollen den Banken die Möglichkeit geben, das Geschäft wieder auf Vordermann zu bringen um mit neuen Gewinnen die nötigen Abschreibungen finanzieren zu können. Wenn das Fed oder andere Nationalbanken solche Aktionen nicht länger für nötig halten, wird das Ende der Kreditkrise da sein.
In den nächsten 16 Monaten müssen US-Banken USD 800 Mrd. (!) an fälligen Krediten rollen verlängern. Diese Kredite wurden zu einem grossen Teil 2006 aufgenommen. Es wird einiges an kreativen Ideen brauchen, um diese Kredite bei Risikoaufschlägen von 7-9% für US-Banken (siehe Irak sicherer als US-Banken?) verlängern zu können. Die oben erwähnten Signale für ein Ende der Kreditkrise dürften noch ein wenig Geduld brauchen…









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