Fannie & Freddie: Das wird sehr eng

by rwilli on 6. September 2008

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Fannie Mae (FNM) und Freddie Mac (FRE) sind zwei staatlich geförderte Unternehmen und als reine Hypotheken-Banken tätig. Im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung werden die Hypotheken nicht vom Staat garantiert oder refinanziert. Nur gefördert. Bis jetzt. Die beiden Institute gehören weltweit zu den grössten Schuldnern und haben im Verlauf des Immobilienbooms in den USA Hypotheken im Umfang von USD 5.2 Billionen gewährt. Das sind USD 5′200′000′000′000. Falls 1% der Hypothekarschuldner nicht mehr zahlungsfähig sind, führt dies zu einem Verlust von USD 52 Mrd.!

Fannie Mae - Weekly Chart

Fannie Mae - Weekly Chart

Dieses Wochenende wird eine Information von US-Finanzminister Henry Paulson zur Krise um Fannie und Freddie erwartet. Er wird mitteilen, dass Fannie & Freddie verstaatlicht werden, die beiden CEO verlassen die Institute. Dieser Schritt ist nötig, weil es bei der enormen Verschuldung kaum nicht möglich sein wird, das benötigte Kapital an den Finanzmärkten aufzutreiben. Von welchen Dimensionen sprechen wir?

Im US-Kongress werden die Verluste auf USD 25 Mrd. geschätzt. Falls sich die Häuserpreise auf den aktuellen Niveaus stabilisieren… Unabhängige Analysten schätzen bis zu USD 50 Mrd. Warum? Die oben erwähnten Hypotheken von USD 5.2 Billionen werden gedeckt von USD 36 Mrd. Vorzugs-Aktienkapital sowie USD 19 Mrd. nachrangigem Fremdkapital.

Für eine Rettungsaktion der beiden Institute müsste man USD 25-50 Mrd. Kapital aufbringen. Dies könnte mit Vorzugsaktien geschehen. Leider wären die bereits ausgegebenen Vorzugsaktien aber wertlos und müssten in den Bankbilanzen der Inhaber abgeschrieben werden. Nicht einfach, wenn man bedenkt, dass es US-Banken gibt, die mehr als 20% ihrer Vermögen in FNM oder FRE investiert haben. Diese kleineren und mittleren Geschäftsbanken würden solche Abschreiber nicht verdauen und selbst in noch grössere Turbulenzen geraten. Übrigens: grosse Beteiligungen von Banken an Fannie & Freddie wurden vom Kongress mit speziellen Steueranreizen gefördert…

Die erwähnten USD 19 Mrd. Fremdkapital würden nicht bedient. Dies würde zahlreiche CDS (Credit Default Swaps) auslösen. Versicherungen also, die abgschlossen wurden, um sich vor der Insolvenz von FNM oder FRE zu schützen. Mittels CDS wurden Versicherungen gegen Insolvenz von Fannie & Freddie im Umfang von USD 62 Billionen abgeschlossen. Die Versicherungssumme ist damit 12mal grösser als die ausstehenden Schulden. Auch wenn man diese Summe halbiert (Käufer/Verkäufer), bleiben enorme Beträge “versprochen”. Da CDS nicht an einer öffentlichen Derivate-Börse gehandelt werden/wurden, dürfte es nicht einfach sein, den schlussendlich “letzten” Versicherungsgeber ausfindig zu machen und den Schaden einzufordern.

Morgan Stanley hat von Henry Paulson den Auftrag bekommen, Lösungsvarianten für die Krise um Fannie & Freddie zu erarbeiten. Stressiger Job in diesem Team…

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Rettungsaktion Fannie & Freddie: Mein Kommentar « financeBLOG
8. September 2008 um 19:15
hubhafhb « LeaderZ101
9. September 2008 um 06:34

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