Gestern, 8.10.2008, lag der S&P500-Index zeitweise rund 26% unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Eine äusserst seltene Situation. Nicht einmal der Börsencrash vom Oktorber 1987 hat den Index so weit in “überverkauftes Territorium” geschickt.
Der Unterschied zwischen aktuellem Indexstand und 200-Tage-Durchschnitt war nur an wenigen Tagen grösser als 25%. So beispielsweise im Juli 2002 und viel früher im September 1974, Mai 1940 und natürlich mehrmals in den späten Zwanziger- und Dreissigerjahren. Einige dieser Daten stehen am Anfang von respektablen Aufwärtsbewegungen.
Der Chart macht deutlich, dass solche Unterschiede nie lange anhalten. Man kann sich diesen Spread wie ein Gummiband vorstellen, dass zum Zerreissen schon sehr stark gespannt ist und nächstens zurück springen will. Es wäre aber vermessen, direkt nach dieser Selloff-Phase ein Kursfeuerwerk zu erwarten. Die enormen Kursrückschläge sollten aber von nun an mindestens eine längere Verschnaufpause einlegen.
Via: Bespoke










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> Die enormen Kursrückschläge sollten aber von
> nun an mindestens eine längere erschnaufpause
> einlegen.
Wie kommt es zu dieser Einschätzung? Inwieweit ist es praktikabel, zur Interpretation der derzeitigen Krise historische Daten zur Hand zu nehmen?
@infognom: Ich denke, es ist gleich praktikabel wie immer, wenn man historische Daten als Entscheidungshilfe zur Hand nimmt. Schliesslich basiert ja die ganze (nicht mehr so) moderne Finanzmarkttheorie u.a. auf dem Blick zurück.
Aber du hast natürlich recht, es wäre unseriös, einfach aufgrund eines so einfachen Charts eine Kaufempfehlung auszusprechen. In diesem Zusammenhang verweise ich auf frühere Posts wie “Jetzt Aktien kaufen?” (Teil I) oder “Buy and hold – wohl kaum”
DANKE für den Kommentar!