Amerikanische Konsumenten auf dem Rückzug

by rwilli on 20. Oktober 2008

Der Ausdruck ist bekannt: Amerikanische Konsumenten haben in den letzten Jahren Dinge gekauft, die sie nicht brauchen. Mit Geld das sie nicht haben. Auf die sehr tiefe, zeitweise negative Sparquote habe ich im financeBLOG mehrmals hingewiesen (Nimmt das “Leben auf Pump” in den USA ein Ende?).

Tatsächlich haben sich in den letzten Monaten die Zahlen zum Konsum in den USA anhaltend verschlechtert. Und der private Konsum macht in den USA rund 70% des BIP aus. Einige Fakten dazu:

  • Einzelhandelsumsätze: Die Retail Sales sind drei Monate nacheinander gefallen. Dies hat’s noch nie gegeben, seit die Zahlen erhoben werden.
  • Autoverkäufe: Die Verkaufszahlen von Neuwagen in den USA (und in Europa) sind im freien Fall. Die Umsätze zahlreicher Autokonzerne liegen 30% unter dem Vorjahr, Volvo muss in Amerika sogar einen Rückgang von rund 50% verkraften. Billige Autofinanzierungen sind Vergangenheit. So hat beispielsweise die Finanzeinheit von GM (GMAC) verlauten lassen, dass die Standards für Leasings und Fremdfinanzierungen verschärft werden. Ein Credit Score von 700 ist nötig, nur 58% aller Amerikaner weisen diese Kreditqualität auf.¨
  • Arbeitslosigkeit: In den letzen 12 Monaten sind rund eine Million Jobs abgebaut worden. Die Arbeitslosenrate stieg damit auf 6.1%

Nun, das Totsagen des amerikanischen Konsumenten war bei “Bären-Analysten” in den letzten 50 Jahren immer wieder eine beliebte Begründung, und immer lagen sie falsch. Die aktuelle Entwicklung scheint jedoch ein ernstes Ausmass anzunehmen und es muss damit gerechnet werden, dass der private Konsum nicht wie bei früheren Rezessionen den Lead beim Weg aus der Krise übernehmen kann.

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