Zahllose Börsen-Grundsätze halten sich seit Jahrzehnten. Den Bekanntesten – “Sell in may and go away” – werde ich im Mai wieder aufnehmen. Ähnlich “verwegen” kommt der January Indicator daher.
Der January Indicator besagt, dass das Börsenjahr gleich endet wie der Monat Januar. Schliesst der Januar also mit einer positiven Rendite, soll auch am Jahresende eine positive Rendite zu Buche stehen. Ist der Januar jedoch ein negativer Börsenmonat, so wird der Trend fürs ganze Börsenjahr negativ bleiben. Man schreibt dem Januar also die Eigenschaft zu, den Trend fürs ganze Jahr setzen zu können.
Bevor wir hier in eine Diskussion über Sinn und Unsinn von Börsen-Grundsätzen verfallen, werfen wir einen Blick auf die Fakten:
Nimmt man die Daten des Dow Jones Industrial Average DJIA seit 1900 zur Hand wird deutlich, warum sich der January Indicator so lange halten konnte:
- Die Durchschnittsrendite (Median) des DJIA seit 1900 liegt bei -0.73% wenn die Börse den Januar im Minus abschloss
- War der Januar ein Plus-Monat, liegt der Median bei +10.4% (seit 1900)
Auch wenn man den Betrachtungszeitraum verkürzt, bleibt die Kernaussage des January Indicator gültig:
- In den letzten 50 Jahren lag die Durchschnittsrendite (Median) bei +11.31% wenn der Januar eine positive Rendite aufweisen konnte.
- Nimmt man die negativen Januar-Performances der letzten 50 Jahre zur Hand, lag der Median der Jahresrenditen bei -0.73%.
Geht man zurück auf die letzten 20 Jahre, verliert der Indikator an Präzision. So liegt der Median auch bei einem Minus-Januar bei +6.77%, bei einem Plus-Januar gar bei +13.18%. Der January Indicator wir also auch bei diesem Betrachtungszeitraum bestätgigt. Die absoluten Zahlen weisen natürlich auf die längste/grösste Börsenhausse hin, die 1982 ihren Lauf nahm.
Es bleibt also die Hoffnung, dass der Januar ein guter Börsenmonat wird und damit das Aktienjahr 2009 bereits “im Sack” ist. Aber bekanntlich ist “Hoffnung” an der Börse ziemlich fehl am Platz…
Quelle: Bespoke Investement Group









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