Aktien und Volatilitäten – Wie sieht’s aus?

by rwilli on 5. Februar 2009

Die Entwicklung bei den Aktienvolatilitäten – gemessen am Volatilitätsindex VIX – verdient zur Zeit etwas mehr Aufmerksamkeit. Der aktuelle Indexstand von 43.25 (per 3.2.09) gibt interessante Informationen zur Befindlichkeit des US-Aktienmarkts wieder.

Dieser Chart zeigt den Kursverlauf des S&P500-Aktienindex (grau, rechte Skala) während den letzten sechs Monaten. Fast spiegelbildlich entwickeltet sich der VIX (blaue Linie, linke Skala).

20090203 spxvsvix Aktien und Volatilitäten   Wie siehts aus?

S&P500 und Volatilitätsindex VIX

Der Volatilitätsindex VIX misst die impliziten Volatilitäten von at-the-money Optionen mit kurzer Laufzeit. Wenn du bei diesem Satz nur “Bahnhof” verstehst: kein Problem! Vereinfacht gesagt ist der VIX ein ideales Barometer, um Verunsicherung/Angst oder Zuversicht zu messen und darzustellen. Es fällt auf, dass die Volatilität steigt, wenn der Aktienindex sinkt. Dies führt zu Verunsicherung und für Optionen werden höhere Preise verlangt. Gerade die Entwicklung des VIX der letzten Wochen ist bemerkenswert.

Die globale Finanzkrise hat den VIX im letzten Herbst auf historische Höchststände getrieben. So erreichte er im Oktober und November zweimal den unglaublich hohen Stand von 80. Dieser Wert drückt reine Panik aus. Im historischen Vergleich:

  • Nach den 9/11-Terrorangriffen auf das WTC schoss der VIX auf rund 34 hoch
  • Die Russland- und LTCM-Krise 1998 liess den Index auf 44 steigen
  • Die Asienkrise 1997 brachte einen VIX-Stand von 36 hervor
  • Der Bearmarket nach dem Platzen der New Economy-Bubble ging 2003 mit einem VIX von knapp 40 zu Ende

Das wichtigste in diesem Post kommt aber am Schluss! Der schlechteste Börsenjanuar in der Geschichte des S&P500 (Januar 2009) brachte die Aktienmärkte nochmals in die Nähe der Tiefstkurse von 2008 (siehe Chart oben). Die impliziten Volatilitäten (VIX) stiegen aber bei weitem nicht mehr so weit nach oben.

Die Verluste der letzten Wochen haben unter den Marktteilnehmern bei weitem nicht die gleiche Angst ausgelöst wie im letzten Herbst. Die Marktteilnehmer schätzen das Risiko einer Systemkrise offenbar deutlich geringer ein als im Oktober und November 2008. Mit einem Indexstand von 43 sind wir zwar immer noch in Regionen von früheren, dramatischen Börsenereignissen. Aber eben nicht mehr bei 80.

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