Der sechste Post überhaupt auf financeBLOG ist mir noch in bester Erinnerung. “Nimmt das ‘Leben auf Pump’ in den USA ein Ende?” habe ich damals gefragt. Die heute veröffentlichten Zahlen bestätigen die sich damals noch vage ankündigende Trendwende.
Der Chart, gefunden im lesenswerten Blog von EconompicData, zeigt die Sparquote der Amerikaner. Für den Januar 2009 liegt sie bei 5%. Diese Trendwende ist äusserst bemerkenswert.
Während mehreren Jahrzehnten haben die Amerikaner einen immer kleineren Teil des verfügbaren Einkommens auf die Seite gelegt. Mit Auswirkungen, welche uns bekannt sind:
- Der “Private Konsum” machte einen immer grösseren Teil des Bruttoinlandprodukts aus und kam in den letzten Jahren bei rund 70% zu liegen.
- Die Shopping-Kultur der Amerikaner, ausgehend von der 5th Avenue in New York oder der Magnificent Mile in Chicago, hat sich erst über ganz Amerika und schliesslich mit der Globalisierung weltweit verbreitet. Mit dem Resultat, dass heute fast alle Grossstädte im Zentrum gleich aussehen. Dort ein Starbucks, daneben der Esprit, vis-à-vis die Niketown und gleich nebenan ein Gap. “Shop ’till you drop!”
- Während einzelnen Quartalen lag die Sparquote sogar im negativen Bereich! Dies bedeutet, dass die Amis im Durchschnitt mehr ausgegeben haben, als an Einkommen zur Verfügung stand. Möglich wurde dies durch den sogenannten “Wealth Effect“, welchen ich hier beschrieben habe.
Eine ganze Generation von Baby Boomers merkt jetzt, dass die Ersparnisse durch den Bearmarket so stark reduziert wurden, dass es nicht reicht für die Pensionierung. Länger arbeiten und sparen heisst die Lösung. Mittelfristig sowohl für die amerikanische wie auch die globale Wirtschaft eine positive Entwicklung. Die globalen Ungleichgewichte können so eher ausgeglichen werden.
Für die nächsten Quartale bedeutet dies jedoch Rezession oder schleppendes Wachstum unter Potenzial. Die neuen Ersparnisse fehlen im privaten Konsum, dem grössten Pfeiler des US-BIP.
Quelle: EconompicData und BEA










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“[...] sparen heisst die Lösung. ” Bei Amerika mit Sicherheit, aber insbesondere die Schweizer mit hoher Sparquote sollten nun mal ihr Geld selbst ausgeben und nicht über den Atlantik schicken. Die Wirtschafts würds freuen
@_rolf
…ganz nach japanischem Vorbild? Die konnten die Auswirkunden der deflationären Dekade auch mit hohen Ersparnissen abfedern.