Bei TIPS handelt es sich um inflationsgeschützte US-Staatsanleihen. Bereits am 26. Januar 2009 habe ich in financeBLOG auf die spezielle Situation in diesem Marktsegement aufmerksam gemacht und auf die sehr tiefe erwartete, eingepreiste Inflation hingewiesen. Später, am 4. März 2009 habe ich einen Zwischenbericht geschrieben, weil der Markt langsam auf das “Schnäppchen” reagiert hatte.
- Bei den TIPS sieht’s nach Schnäppchen aus (26.1.09)
- Treasury Inflation Protected Bonds – Der Markt reagiert (4.3.09)
Hier nun eine Übersicht, wie sich die erwartete Inflation (Break-even Inflation) seit Januar 2008 entwickelt hat. Die Break-even Inflation errechnet sich aus den inflationsgeschützten Anleihen im Vergleich zu den “herkömmlichen” Anleihen und wurde im Post vom 26.1.09 detailliert erklärt.
Sehr deutlich zu sehen, wie der Markt um die Jahreswende “Deflation!” geschrien hat und die erwartete Inflation nahe bei “null” lag. Es gibt in diesem Chart aber noch weitere Auffälligkeiten:
Die unter dem Stichwort “Quantitative Easing” zusammengefassten, dramatischen Massnahmen der Notenbanken (Die Schweiz öffnet die “Büchse der Pandora”) führen bei vielen Marktteilnehmern zur Befürchtung, dass die grossen Geldmengen zu unkontrollierter Inflation führen werden. Sieht man sich den obigen Chart nochmals an, so stellt man fest, dass wohl zuerst einfach wieder ein “normales” Infationsniveau erreicht werden soll. Der Durchschnitt in den USA lag in den letzten Jahren bei ungefähr 2.5%. Es wäre also noch ein sehr weiter Weg, bis die Inflation ausser Kontrolle geraten würde. So gesehen können die Bemühugen der Notenbanken für den Moment als erfolgreich angesehen werden. Immerhin stiegen die Inflationserwartungen wieder, gilt es doch mit höchster Priorität, eine Deflationsspirale zu verhindern/zu unterbrechen.
Allerdings spiegelt sich die höhere erwartete Inflation (noch) nicht in der erwarteten Preisenwicklung über die nächsten 12 Monate. Der zweite Chart der University of Michigan macht deutlich, dass die Konsumenten im nächsten Jahr nicht mit Preiserhöhungen rechnen.
Wer wird recht behalten? Die Summe der Bond-Investoren mit den Inflationserwartungen in den TIPS? Oder die befragten Konsumenten?
Quelle: Calculated Risk











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