Weltweite Goldreserven

by rwilli on 22. Juni 2009

Vor zehn Jahren hat die Bank of England mit ihrem gross angelegten Verkauf von Goldreserven begonnen. Sie hat damals unter den anderen europäischen Notenbanken eine eigentliche “Anti-Gold-Stimmung” ausgelöst. Manche Länder – allen voran die Schweiz – haben substanzielle Teile ihrer Goldreserven seit 1999 verkauft. Zu sehr viel tieferen Preisen, notabene.

Diese Grafik zeigt die Goldreserven (in Tonnen) der wichtigsten Länder und Organisationen per März 2009 und im Vergleich zu 1999.

20090622 goldreserven1 Weltweite Goldreserven

(Bild klicken für volle Grösse)

Bei genauer Betrachtung lassen sich ein paar interessante Punkte feststellen und ergänzen:

  • Die Schweiz hat in den letzten zehn Jahren mehr als 1’500 Tonnen Gold verkauft. Sie war damit der grösste Goldverkäufer in Europa.
  • China hat seine Goldreserven zwischen 2003 und 2008 still und leise verdoppelt. Allerdings betragen die Goldreserven nur 1,6% der Währungsreserven. Dies im Vergleich zum globalen Durchschnitt von 10,5%.
  • Italien und Deutschland haben bis heute kein Gold verkauft. Dies vor allem aufgrund der politischen Diskussion über die Verwendung der Verkaufserlöse.
  • Der Internationale Währungsfonds (IMF) plant den Verkauf von 403 Tonnen Gold. Dafür braucht er allerdings die formelle Bewilligung der USA. Diese wird nicht vor Ende 2009 eintreffen.
  • Die USA haben bis jetzt noch nie öffentlich über den Verkauf von Goldreserven nachgedacht.
  • Die niederländische Notenbank hat rund 40% der Goldreserven verkauft. Es sieht danach aus, dass keine weiteren Verkäuft geplant sind.
  • Obwohl die Goldreserven Japans eine ansehnliche Höhe aufweisen, liegen sie mit 2% der japanischen Währungsreserven deutlich unter dem globalen Durchschnitt von 10,5% und nur unwesentlich höher als die Reserven Chinas

Quelle: Financial Times (via Investment Postcards)

Leave a Comment

{ 1 trackback }

Previous post:

Next post: