Head and Shoulder-Formation in den US-Indizes

by rwilli on 13. Juli 2009

In der technischen Anlayse der Finanzmärkte ist die “Head and Shoulder-Formation” eine der berühmtesten. Wahrscheinlich, weil sie recht häufig vorkommt. Die Chartformation sieht aus wie die Silhouette eines menschlichen Oberkörpers.

20090713 HeadShoulder Head and Shoulder Formation in den US Indizes

S&P500 Index mit Shoulder-Head-Shoulder (Bild klicken für volle Grösse)

Die Theorie hinter der Head and Shoulder-Formation ist klar und deutlich und lässt eine präzise Interpretation zu.

Die Formation startet mit einer ersten Abwärtsbewegung nach einem Höchststand. Dies stellt die linke Schulter (S) dar. Anschliessend folgt eine Aufwärtsbewegung mit einem höheren Top als bei der linken Schulter. Die Performance dieser Aufwärtsbewegung geht aber wieder verloren. Dies stellt den Kopf (H) dar. Schliesslich folgt die rechte Schulter (S) mit einem Rally, das keine neuen Höchststände mehr bringt und wieder korrigiert wird. Damit kann die Nackenlinie (“neckline”) gezeichnet werden.

Das eigentliche Signal wird erst durch den Bruch der Nackenlinie gegeben und ist sehr negativ zu werten. Das nach dem Bruch vorhandene Abwärtspotenzial lässt sich berechnen. Man sagt, dass die Kurse so weit fallen, wie die Differenz zwischen Nackenlinie und Kopf (H) beträgt.

Konkret auf den S&P500 angewendet beträgt das Abwärtspotenzial -7,4% von der Nackenlinie. Die Differenz zwischen dem Höchststand (Head) von 950 und der Nackenlinie bei 885 beträgt 65 Indexpunkte. Zieht man diese Differenz von der Nackenlinie ab, ergibt sich das Kursziel von (885-65) 820.

Die “Neckline” wurde am 7. Juli 2009 durchbrochen. Oft lässt sich anschliessend ein erneuter Test der Nackenlinie von unten beobachten. Schafft es der Index nicht, in kürzester Zeit wieder über der Nackenlinie zu schliessen, gilt die Formation als bestätigt. Mit dem oben errechneten Verlustpotenzial.

Oft kann man an den Finanzmärkten die Entstehung einer Head and Shoulder-Formation beobachten, welche nie durch den Bruch der Nackenlinie bestätigt wird. Diese Nicht-Bestätigung führt oft zu starken Kursgewinnen.

Sehr bemerkenswert ist zur Zeit die Tatsache, dass auch andere Börsenindizes diese Formation sehr deutlich aufweisen. Ob Russel 2000 (RUT), Wilshire 5000 (WLSH) oder Value Line Index (XVG), alle zeigen eine deutliche Head and Shoulder-Formation mit gebrochener Nackenlinie an.

20090713 HeadShoulder RUT Head and Shoulder Formation in den US Indizes

Russel 2000

20090713 HeadShoulder WLSH Head and Shoulder Formation in den US Indizes

Wilshire 5000

20090713 HeadShoulder XVG Head and Shoulder Formation in den US Indizes

Value Line Index

Quelle Charts: Stockcharts

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