Heute vor einem Jahr, am 15.9.2008, kollabierte Lehman-Brothers. Auf die interessante Aufarbeitung der Ereignisse durch den Guardian habe ich bereits letzte Woche hingewiesen.
Schlagartig schnellten in den folgenden Tagen die Risikoaufschläge für Unternehmensanleihen in die Höhe. Es wurde kaum mehr unterschieden zwischen einzelnen Rating-Klassen. Investoren unterschieden lediglich noch zwischen Staatsanleihen und dem ganzen Rest. Die Credit Spreads (Risikoaufschläge) erreichten Höhen, welche letztmals 1929 während der Great Depression gesehen wurden. Der allzu sorglose Umgang mit “Risiko” wurde jäh gestoppt, “Risiko” hatte plötzlich wieder seinen Preis. Für Junk Bonds wurden Ende 2008 mehr als 2100 Basispunkte Risikoaufschlag verlangt.
Diese Grafik zeigt, dass sich die Situaiton mittlerweile fast vollständig beruhigt hat. Die Risk Spreads für Junk Bonds (Unternehmensanleihen mit schlechtester Bonität) sind wieder gleich hoch wie vor dem Lehman-Kollaps.
Bei Unternehmensanleihen mit “guter” Bonität, sogennanten “Investment Grade Bonds”, führte die Beruhigung sogar noch weiter.
Die zweite Grafik zeigt die Credit Spreads von Unternehmensanleihen. Auch hier ist die grosse Verängstigung der Investoren und die Flucht in sichere Staatsanleihen an den hohen Risk Spreads Ende 2008 und im März 2009 abzulesen. Allerdings wurden in der Folge “Investment Grade Bonds” so stark nachgefragt, das die Risikoaufschläge deutlich unter das Niveau vor dem Lehman-Kollaps gefallen sind. Da und dort konnte man sogar wieder Ausdrücke wie “Corporate Bond Bubble” vernehmen.
Wie auch immer, am Jahrestag der Lehman-Pleite finden sich die Risikoaufschläge an den Bondmärkten wieder ungefähr auf den Niveaus vor Ausbruch der Finanzkrise. Wer hätte das im letzten Spätherbst gedacht?
Quelle: Bespoke











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Das Casino geht weiter/wieder los… ?
Sind die “toxischen” Papiere nun nicht mehr toxisch?
Sind alle Verluste etwa verbucht?
Oder haben die Regierungs Interventionen gerade das größte moral hazard Problem erzeugt…
Man bekommt den Eindruck, dass der zahme Umgang mit Finanzindustrie und die mangelnde Regulierung sich noch rächen wird…
Gruß
…und Goldman Sachs zahlt Boni aus, die im Durchschnitt pro Mitarbeiter (!) $394’000 betragen…