Und genau DU willst so ein Trader sein?

by rwilli on 9. November 2009

Der Markt wird alles Erdenkliche tun, um soviel Investoren wie möglich zu frustrieren und zu verwirren. Er wird mittels regelmässigen “Mutproben” versuchen, nur die wenigsten an einem Aufwärtstrend teilhaben zu lassen (“wall of worry”) und er wird mit seinen Bärentatzen möglichst alle Investoren bis hinunter in die Tiefen des Bear Markets mitreissen (“slope of hope”).

Dreimal haben die Aktienmärkte zum Monatswechsel sehr ähnliche Muster gezeigt. Sowohl im September als auch im Oktober waren die ersten Handelstage sehr schlecht, nur um gleich anschliessend ein Rally von zwei bis vier Wochen zu zünden. Dann Ende Oktober die heftige Verkaufswelle am Mittwoch, nur um am Donnerstag eine fulminante Gegenreaktion zu lancieren.

Durchaus nachvollziehbar, wenn ein Investor in solchen Zeiten seine Aktienpositionen etwas reduziert und Gewinne mitnimmt. Allerdings hat gerade der November deutlich gemacht, wie schwierig (und kostspielig) es sein kann, wenn man den Markt so genau “timen” will. Wem Ende Oktober der Schrecken in den Knochen stecken geblieben ist und wer verkauft hat, der hat einen der besten Börsentage seit rund drei Monaten verpasst!

20091109 MarketTiming Und genau DU willst so ein Trader sein?

(Bild klicken für volle Grösse)

Eine gute Gelegenheit, auf eine Analyse von Bespoke hinzuweisen, die genau solche Ereignisse untersucht hat.

Die Grafik zeigt die Performance einer Investition von $1.00 in den Dow Jones Industrial Average (DJIA). Die Performance rechnet sich von 1950 bis heute. Hier die Fakten:

  • Wer 1950 einen US-Dollar in den DJIA investiert hat, kann sich heute über $48.78 freuen.
  • Wenn in diesem Zeitraum (1950-2009) nur die besten fünf Handelstage verpasst wurden (aufgrund Markttiming), sind von diesem Dollar nur noch vier Cents übrig.
  • Auf der anderen Seite konnte man diesen einen US-Dollar auf sagenhafte $75’481 steigern, wenn man die schlechtesten fünf Tage durch geschicktes Markt Timing “auslassen” konnte.
  • Wenn ein Trader sowohl die besten als auch die schlechtesten fünf Handelstage verpasst/ausgelassen hat, ist die Investition auf $55.35 angewachsen. Also sehr nahe an der Buy and Hold-Variante.

Man kann einem Investor nichts vorwerfen, wenn er versucht, die grossen Crashs zu umgehen und so – in diesem Beispiel – statt $48.78 eben $75’481 zu erreichen. Allerdings zeigt die Grafik eben auch die “möglichen Opportunitätskosten” in Form von verpassten, sehr guten Börsentagen. Ohne die besten fünf Handelstage hätte immerhin ein Verlust von -96% verbucht werden müssen. Also doch? Hin und her macht die Taschen leer?

Quelle: Bespoke

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