Eindrückliches “Spiegelbild”, nicht wahr? Oder – etwas professioneller ausgedrückt – zwei nahezu perfekt negativ korrelierende Preisentwicklungen.
Der Chart stellt die Entwicklung des S&P500 (schwarz) und des US Dollar-Index (blau) dar. Von Januar 2008 bis heute. Es fällt sofort auf, dass die Charts in der “heissen” Phase der globalen Finanzkrise entgegen gesetzte Entwicklungen zeigten. Mit ein Grund dürfte das Deleveraging sein. Die enormen Summen ausstehender Kredite in USD wirkten wie eine “synthetische Short-Position” im USD. Die Rückzahlung dieser Kredite (Deleveraging) führte entsprechend zu steigender Nachfrage im USD. Mit der Beruhigung an den Finanzmärkten setzte auch hier die Trendumkehr ein, die steigenden Akteinmärkte erlaubten dem USD den erneuten Rückgang auf Tiefstwerte.
Wer nun die Entwicklung des US Dollars in den letzten zwei Wochen mitverfolgt hat, dürfte sich demnach etwas Sorgen um seine Aktienpositionen machen. Wie schon an anderer Stelle behauptet, könnte der US Dollar in den letzten Wochen ein veritables Low erreicht haben und der Raum für weitere Kursavancen ist gegeben. Bei stabilen Korrelationen würden steigende Dollar-Notierungen aber sinkende Aktienkurse bedeuten. Der Blick auf die nächste Grafik bringt jedoch eine gewisse Beruhigung.
Die Grafik von Bespoke zeigt die Korrelation des S&P500 zum US Dollar Index. Rollierend über sechs Monate. Ein Punkt auf dem Chart zeigt also die Korrelation der vorangegangenen sechs Monate. – Tja, keineswegs stabil, diese Korrelationen! Deutlich zu sehen, dass die Korrelation während der Finanzkrise bis fast auf -1 fiel und lange Zeit sehr tief blieb. Es gab aber auch Phasen, in welchen US Dollar und US-Aktienmärkte stark positiv korrelierten, also fast im Gleichschritt unterwegs waren.
Eine weitere Beruhigung an den Börsen und Erholung in der Wirtschaftsentwicklung könnte demnach wieder zu “positiveren” Korrelationen führen. Ein Anstieg des US Dollar müsste nicht zwingend zu starken Rückgängen bei den Aktien führen. Womit das Puzzle für die nächsten Monate zusammengesetzt wäre:
- US Dollar rauf
- Aktien weiterhin positiv, wenn auch mit weniger Schwung
- Gold konsolidierend, alles über $1000 ist sehr gut
Ach, wenn’s doch so einfach wäre…










