Das “50 Percent Principle” – Aktuelles Beispiel am S&P500

by rwilli on 6. Januar 2010

Der Start ins neue Börsenjahr war ja fulminant. Deutlich mehr als ein Prozent haben am Montag die meisten weltweiten Aktienindices zugelegt. Damit sind der S&P500 und weitere Indices an wichtigen charttechnischen Widerstandszonen angelangt. Eine gute Gelegenheit, einmal das 50 Percent Principle etwas genauer zu betrachten.

Diese etwas wagemutige Börsenregel besagt, dass ein Trend während einer “Korrektur- oder Konsolidierungsphase” rund 50% des vorher gewonnenen/verlorenen Terrains wieder Preis gibt, bevor der Trend fortgesetzt werden kann.

20090106 50PercentPrinciple SPX Das 50 Percent Principle   Aktuelles Beispiel am S&P500
(Chart klicken für volle Grösse)

Am Beispiel des S&P500 sieht dies wie folgt aus: Vom Höchststand bei 1’565.15 Punkten bis zum Tiefststand bei 676.53 Punkten hat der Index einen Verlust von 888.62 Punkten erlitten. Die Hälfte davon beträgt 444.31 Punkte. Bei einem Indexstand von 1’120.84 (676.53+444.31) wären also 50% des Abwärtstrends “korrigiert”. Diese Marke wurde am gleich am Montag, am ersten Handelstag in diesem Jahr, überschritten. Spannend zu beobachten, ob der S&P500 in den nächsten Tagen und Wochen die 1’120 halten mag. Sollte dies nicht gelingen, müsste – gemäss dem “50 Percent Principle” – das Bear Market Rally langsam zu Ende gehen und erneut ein Abwärtstrend an den Aktienmärkten einsetzen. Kann der S&P500 die 1’120 jedoch entschieden hinter sich lassen, wäre dies ein sehr positives Zeichen und der Weg für weitere Kursgewinne wäre frei. Es gilt also, die Marke von 1’120 im Auge zu behalten.

Noch wichtiger ist jedoch die Widerstandszone um 1’150. Die zweite Grafik zeigt den S&P500 seit 1998. Dabei hat der Index mehrmals in der Zone 1’150 konsolidiert. 1998 brauchte der Index fast das ganze Jahr, um diesen Stand zu überwinden. Auch nach dem Platzen der DotCom-Blase und während der Erholung ab 2003 stellte die Marke von 1’150 eine wichtige Hürde dar. So wie’s aussieht, werden wir schon früh in diesem Jahr die Gelegenheit haben, die 1’150 erneut zu testen.

20090106 SPX Longterm Das 50 Percent Principle   Aktuelles Beispiel am S&P500
S&P500 (1998-2009)

Die Interpretation ist ähnlich. Ein Durchbruch würde den Weg frei machen bis mindestens 1’200. Ein Scheitern am Widerstand wäre ein Warnsignal, dass das Bear Market Rally zu Ende ist oder zumindest eine längere Konsolidierungsphase eintritt.

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Carolus Magnus Januar 11, 2010 um 13:35

<emEin Scheitern am Widerstand wäre ein Warnsignal, dass das Bear Market Rally zu Ende ist oder zumindest eine längere Konsolidierungsphase eintritt.

Du meinst wohl Bull Market Rally?

rwilli Januar 11, 2010 um 20:15

Nein, nein, ist (leider) kein Typo. Ich kann mir tatsächlich vorstellen, dass wir es seit März 2009 mit einem Bear Market Rally zu tun haben. Dass wir es also sehr wohl nochmals mit einem heftigen Abwärtstrend zu tun bekommen könnten, auch wenn neue Tiefststände nicht zwingend sind. Im letzten August habe ich einen interessanten Artikel darüber geschrieben: http://www.financeblog.ch/2009/08/28/wie-sieht-ein-langfristiger-bearmarket-aus/

Danke für deinen Kommentar!

Carolus Magnus Januar 11, 2010 um 23:57

Gern geschehen, rwilli. Ich bin mir in bezug auf Deine Beobachtungszeitachse nicht ganz im klaren.

Alleine im Zeitraum von Ende Sept. 09 bis heute habe ich persönlich mein Anlagekapital um 110 % vermehren können.

Aber genau genommen haben wir seit 2003 einen Bear-Market, der noch immer ungebrochen ist.

Liebe Grüße
Carolus Magnus

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