Der Montag hat zum Wochenbeginn eine bemerkenswerte Veränderung bei den Preisen für Kreditrisiken gebracht. Erstmals seit dem Höhepunkt der Finanzkrise im 1. Quartal 2009 hat der Index für Risikoaufschläge von Staaten in Europa höher gehandelt als der vergleichbare Index für Risikoaufschläge von Unternehmen. Aber der Reihe nach. Worum geht’s?
Wie auf dem Chart ersichtlich, hat der Markit iTraxx SovX Western Europe-Index (blaue Linie) leicht höher gehandelt als der Markit iTraxx Europe (violette Linie). Diese beiden Indizes haben sich im März 2009, zum Höhepunkt der Finanzkrise, letztmals gekreuzt.
- Der Markit iTraxx SovX Western Europe ist ein Index, der die Preise für Credit Default Swaps (CDS) von Ländern erfasst. Im Index sind 15 Länder enthalten, 11 Länder aus der Eurozone sowie Grossbritannien, Norwegen, Schweden und Dänemark. Die erfassten Laufzeiten für Credit Default Swaps betragen 5 und 10 Jahre. Der Index drückt aus, wie hoch das Risiko eines Zahlungsausfalls dieser Staaten am Markt eingeschätzt wird. Je höher der Index, desto höher die Versicherungsprämie, um sich gegen einen “Default” zu schützen. (Ein pdf-File über diese Indexfamilie findest du hier)
- Der Markit iTraxx Europe ist ein Index, der die Preise für Credit Default Swaps (CDS) von 125 europäischen Unternehmen berücksichtigt. Konkret werden die 125 Unternehmen mit dem höchsten CDS-Handelsvolumen der vorangegangenen sechs Monate miteinbezogen. Der Index reflektiert also die Kreditqualität von Unternehmen, indem die Versicherungsprämien für den Schutz vor einem Zahlungsausfall berechnet werden. (Ein pdf-File über diesen Index findest du hier)
Der Anstieg der Risikoprämien für europäische Staaten kann mit der Entwicklung in Portugal begründet werden. Die Ratingagentur Moody’s hat eine Herabstufung von Portugal um eine Stufe (“Notch”) in Aussicht gestellt. Damit käme das Moody’s-Rating demjenigen von Standard&Poors von AA- gleich. Die CDS-Spreads von ähnlich gelagerten Staaten wie Spanien, Italien oder Griechenland (hat da jemand “PIGS” gesagt…?) haben sich ebenfalls ausgeweitet und zum Anstieg des Markit iTraxx SovX Western Europe beigetragen.
Die ganze Bewegung im Index macht deutlich, dass sich die Kreditqualität von Unternehmen in den letzten Monaten stetig verbessert hat. Und dies zu Lasten und auf Kosten der Staatsfinanzen.
Quelle: FT Alphaville










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Die Kreuzung der Indexstände heisst noch nicht, dass Unternehmen nun sicherer sind als der Staat, da die Ländergewichtung im Markit iTraxx Europe anders ist als im Markit iTraxx SovX Western Europe. Im Markit iTraxx Europe sind in erster Linie Unternehmen aus den “sicheren” Ländern enthalten, viel Deutschland und UK. Bei gleicher Ländergewichtung dürfte der Spread deutlich höher sein. Trotzdem, schön zu sehen wie die Risikoprämien für Sovereigns gestiegen sind, während sie bei den Unternehmen gefallen sind. Danke für den Post.
Stimmt, der Vergleich der beiden Indizes ist nicht “perfekt”. In
diesemähnlichem Zusammenhang kann man auch beobachten, dass sich die CDS-Preise von globalen Finanzwerten sehr stark zurück gebildet haben. Hier noch offensichtlicher zu Lasten der Staatsfinanzen. – Danke für deinen Kommentar, Christian!Der Tagi schaut ab und nennt keine Quellen
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/geld/Die-Lust-am-Schuldenmachen-ist-ansteckend/story/10571936
Aufffallende Ähnlichkeiten im Artikel. Aber trotzdem keine offensichtlich identische Textpassage. So bleibt mir nur das Staunen… Sachen gibt’s…