Da kann der griechische Ministerpräsident Giorgos Andrea Papandreou noch lange versichern, Griechenland brauche keine Hilfe seitens der EU und er werde den Staatshaushalt nachhaltig sanieren. Die Finanzmärkte glauben ihm schon lange nicht mehr und sehen den fehlenden politischen Willen. So haben denn die CDS-Preise für Griechenland am Freitag einen neuen Höchststand verzeichnet und sind bis auf 342 bp geklettert.
Konkret: Wer jetzt Staatsanleihen von Griechenland im Depot hat und sich gegen einen Zahlungsaufall während den nächsten fünf Jahren versichern will, bezahlt für eine Versicherungssumme von $ 1 Mio. eine Versicherungsprämie von $34’200 pro Jahr. So hoch war die Risikoprämie für dieses Land noch nie.
Klar, diese Meldung ist nichts neues für dich und du hast sie übers Wochenende in zahlreichen Zeitungen lesen können. Na, dann schau’ dir aber einmal die “Terminkurve” für CDS auf Griechenland an. Da hat in den letzten Wochen eine spannende, bemerkenwerte Entwicklung statt gefunden. Die Terminkurve ist nämlich seit einer Woche invers!
Diese zweite Grafik zeigt die CDS-Preise für Griechenland für verschiedene Laufzeiten. Die rote Kurve stellt die aktuellen Preise vom Freitag dar. Wie bereits erwähnt, lag der Preis für eine Laufzeit/Versicherungsdauer von fünf Jahren bei 342 Basispunkten (bp). Die gelbe Kurve zeigt, wo die CDS-Preise vor einem Jahr lagen. Die grüne Kurve zeigt die Preise vor einem Monat und die blaue Kurve vor einer Woche.
Es fällt sofort auf, dass aktuell für kürzere Laufzeiten höhere Versicherungsprämien bezahlt werden als für längere Laufzeiten. Noch vor einer Woche (und vor einem Monat und einem Jahr) wurden die Preise mit zunehmender Laufzeit höher. Am Freitag waren Marktteilnehmer jedoch bereit, für kürzere Laufzeiten mehr Jahresprämie zu bezahlen als für längere Laufzeiten. Dafür gibt’s nur eine Interpretation.
Die Marktteilnehmer rechnen in den nächsten sechs bis 24 Monaten mit einem “Kreditereignis” in Griechenland. Also mit einem Staatsbankrott (Default) und mit einer allfälligen Hilfsaktion seitens der EU oder des IMF. Man will den Versicherungsschutz jetzt und glaubt, ihn nicht länger als zwei, vielleicht drei Jahre zu brauchen. Übrigens eine ähnliche Überlegung, wie wenn ein Futures-Kontrakt in Backwardation handelt.
Nun, die angegebenen Preise sind mit einer gewissen Vorsicht zu betrachten. Leider hat man es bis jetzt in der Nachbearbeitung der Finanzkrise verpasst, für Credit Default Swaps eine Börse einzurichten und den Handel zwingend darüber laufen zu lassen. So kann auch nicht gesagt werden, mit wieviel Liquidität die angegebenen Preise zu stande kommen. Wie auch immer, die aktuelle Terminkurve in den CDS-Preisen für Griechenland sollte dir zu denken geben!
Quelle: FT Alphaville











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Rico
Wie siehst Du die Gefahr eines (temporären) EURCHF-Kollapses bei Zuspitzung der Probleme in Griechenland?
Gruss,
Christian
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