Wie sich die Zeiten ändern. Vor einem Jahr waren die Risikoaufschläge für Unternehmensanleihen so hoch, dass man mit Ausfallraten wie anno 1929-1932 rechnen musste. Allgemein setzte während der hektischsten Phase der Finanzkrise eine Flucht in vermeintlich gute Qualitäten und Staatsschuldner ein. Dies führte u.a. zu einer interessanten Chance für Investoren und ich habe damals zum Glück rechtzeitig unter dem Stichwort “Jahrhundert-Investmentmöglichkeit” darauf hingewiesen.
Heute stehen die Staatsanleihen im Fokus der Investorengemeinde. Die Situation rund um Griechenland hat zu generellem Unbehagen gegenüber Staatsschuldnern geführt. CDS-Preise für manche Staaten haben neue Höchststände erreicht. Wer die Entwicklung der CDS-Preise für Staaten der letzten 10 Jahre verfolgen will, wird auf dieser interessanten Grafik fündig.
Blau ist die Entwicklung der CDS-Preise (in Prozentpunkten, Laufzeit 5 Jahre) der jeweiligen Länder während den letzten zehn Jahren ersichtlich. Die untere, rote Hälfte der Grafik zeigt die Entwicklung der Staatsverschuldung (in % des Bruttoinlandprodukts). Die Werte für die Jahre 2009 und 2010 sind geschätzt.
Es fällt natürlich auf, dass die CDS-Preise in manchen Ländern parallel zur erhöhten Schuldenlast des Landes angestiegen sind. Zur Zeit im Fokus natürlich Griechenland sowie die anderen Länder des “Knoblauchgürtels” wie Portugal, Spanien oder Italien (nicht auf dem Chart). Offensichtlich ziehen die schwächelnden PIIGS-Staaten aber auch Schuldner mit besserer Qualität wie Deutschland oder USA in Mitleidenschaft.
Etwas schleierhaft ist für mich das Verhalten der Marktteilnehmer in Bezug auf Japan. Die Staatsverschuldung hat im Verhältnis zum BIP schon seit Jahren gigantische Ausmasse, die CDS-Preise verhalten sich aber erstaunlich ruhig.
Quelle: The Wall Street Journal via The Big Picture










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