Ausfallquoten bei Hypotheken – Wirklich eine Beruhigung?

by rwilli on 22. Februar 2010

Die letzten Freitag veröffentlichen Ausfallquoten (engl. delinquency rates) bei Hypotheken in den USA haben auf den ersten Blick für Freude gesorgt. Grund dafür war die “moderate” Entwicklung bei den Zahlungsrückständen von 30 Tagen (violette Fläche) und von 60 Tagen (blaue Fläche). Offensichtlich ist der Anteil von Hypotheken mit Zahlungsausständen von 30 bzw. 60 Tagen im letzten Quartal 2009 etwas zurück gegangen.

20100221 MortgageDelinquency Ausfallquoten bei Hypotheken   Wirklich eine Beruhigung?

Ausfallraten bei Hypotheken

Im Blog von Calculated Risk nebenan habe ich diese interessante Grafik gefunden. Sie stellt die mittelfristige Perspektive wieder her. Auch wenn die aktuellsten Zahlen wieder etwas rückläufig sind, liegen die Ausfallquoten (30 Tage) immer noch auf dem Niveau von anfangs 2008 und deutlich höher als 2007.

Auch die Anzahl Hypotheken in den USA, bei welchen der Zahlungsverzug 60 Tage ausmacht, ist immer noch deutlich höher als 2007 zu Beginn der Kreditkrise. Längere Delinquency Rates (90 Tage, gelbe Fläche) sind sogar immer noch auf Rekordniveau.

Total sind rund 4,5 Mio. Häuser in den USA ernsthaft in Zahlungsverzug oder bereits in der Zwangsversteigerung. Diese Hausverkäufe finden oft unter Zeitdruck statt und drücken daher auf die erzielbaren Preise. Die obige Grafik macht deutlich, dass die Situation rund um die Ausfallquoten von Hypotheken kaum nachhaltige Preisanstiege für Häuser in den USA zulassen wird. Jedenfalls nicht heute und morgen.

Quelle: Calculated Risk

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Peter Schneider Oktober 9, 2010 um 12:47

Dabei schneiden sich die Banken mit den Zwangsversteigerungen ins eigene Fleisch. Denn das System funktionierte ja durch steigende Häuserpreise. Ein < 25 000 USD-Versteigerungs-Objekt gleich in der Nachbarschaft lässt das Kartenhaus halt sofort einstürzen.

Was beunruhigend im ganzen Spiel ist, dass auf der einen Seite die "dummen Käufer" sitzen, die sich eine Hypothek aufdrängen liessen und auf der anderen die "dummen europäischen Banken", die Risiko-behaftete Papiere aufgekauft haben. Einige Mittler haben dagegen riesige Geschäfte gemacht.

Auf dem heimischen Markt hingegen kein Schindluder: Dazu sind die Kunden wohl zu aufgeklärt (z.B. dank Tools wie http://www.hypothekenrechner.ch/ ) bzw. die Banken wollen Ihren "konservatives Erscheinungsbild" pflegen und nicht mit Krediten um sich schmeissen.

Also diese Art der Globalisierung ist doch seltsam. Hier bei uns kein Risiko, aber woanders zukaufen…

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