Hedge Fund-Manager oder Unternehmen. Wer verdient mehr?

by rwilli on 7. April 2010

Die Veröffentlichung von Lohn- und Bonuszahlen einiger (Gross-)Banken hat in den letzten Wochen ja einigen Wirbel ausgelöst. Da konnte sich männiglich über die Bonuszahlung an Brady Dougan von CHF 17,9 Mio. für das Geschäftsjahr 2009 aufregen. Und bei der Zahlung an denselben Brady Dougan aus den PIPs (Performance Incentive Plans) von CHF 70,9 Mio. blieb dann so manchem Beobachter die Spucke weg.

Alles Nasenwasser! Im Vergleich zu den Zahlungen an die bestbezahlten Hedge Fund-Manager stellen diese Beträge ja geradezu die neue Armut dar. Hier der Überblick für Hedge Fund-Jahr 2009:

  1. David Tepper, Appaloosa Management
    $ 4 Mrd.
  2. George Soros, Soros Fund Management
    $ 3,3 Mrd.
  3. James Simons, Renaissance Technologie
    $ 2,5 Mrd.
  4. John Paulson, Paulson & Company
    $ 2,3 Mrd.
  5. Steve Cohen, SAC Capital Advisors
    $ 1,4 Mrd.
  6. Carl Icahn, Icahn Capital
    $ 1,3 Mrd.
  7. Edward Lampert, ESL Investments
    $ 1,3 Mrd.
  8. Kenneth Griffin, Citadel Investment Group
    $ 900 Mio.
  9. John Arnold, Centaurus Advisors
    $ 900 Mio.
  10. Philip Falcone, Harbinger Capital Partners
    $ 825 Mio.

(Quelle: New York Times, Absolute Return + Alpha.com)

Ok, es muss der Fairness halber angefügt werden, dass ein Grossteil dieser Zahlungen aus performanceabhängigen Gebühren sowie aus Renditen auf dem eigenen investierten Kapital stammen. Trotzdem: not bad…

Um das Ausmass dieser Zahlungen etwas besser greifbar zu machen, können wir die persönlichen Einkommen der “erfolgreichsten” Hedge Fund-Manager mit den Reingewinnen einiger grosser Unternehmen vergleichen:

20100406 NetIncome PersonalEarnings Hedge Fund Manager oder Unternehmen. Wer verdient mehr?

Reingewinne vs. Persönliches Einkommen

(Quelle: Econompic Data)

Wenn jemand aus diesem Chart heraus liest, dass z.B. John Paulson im Jahr 2009 knapp dreimal mehr “verdient” hat als Unternehmen wie Amazon (24’300 Mitarbeiter) oder Caterpillar (93’813Mitarbeiter)… dann hat er den Chart richtig interpretiert…

Ich sag’s ja: Der Bonus von Brady Dougan? Nasenwasser.

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