Aktienanalysten liegen mit ihren Prognosen grundsätzlich falsch. Sie schätzen das Gewinnwachstum von Unternehmen grundsätzlich zu positiv ein. Und es dauert zu lange, bis sie ihre Prognosen der wirtschaftlichen Realität angepasst haben.
Dieser Chart (Quelle: McKinsey) belegt die soeben gemachten Aussagen. Er zeigt die Gewinnschätzungen (Earnings per share EPS) für die im S&P500 enthaltenen Unternehmen. Die grüne Linie zeigt die Entwicklung der Schätzungen für das entsprechende Jahr. Der blaue Punkt zeigt die effektiv erzielten Gewinne pro Aktie (EPS).
Spannend an dieser Grafik ist die lange Betrachtungsperiode, sie geht bis 1985 zurück.
Analysten sind zu langsam
Typischerweise dauert es zu lange, bis Analysten ihre Prognosen den neuen Realitäten anpassen. Nur gerade in Jahren wie 2003 oder 2006 konnte das starke Wirtschaftwachstum die Unternehmensgewinne auf die Höhe der Prognosen bringen. Grundsätzlich steigt die Fehlerquote und das Ausmass der Fehler, wenn sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt. Andererseit reduziert sich die Fehlerquote, wenn das Wirtschaftswachstum zunimmt. Nur ab und zu – quasi per Zufall – treffen die Gewinnschätzungen der Analysten auf die effektiven Gewinne. So zum Beispiel 1988, 1994-1997 und 2003-2003.
Analysten sind zu bullish
Die Gewinnschätzungen der letzten 25 Jahre gingen jeweils von einem Gewinnwachstum von 10 bis 12% aus. Das effektiv erzielte Gewinnwachstum lag in dieser Zeit jedoch bei 6%. Nur zweimal lag das Gewinnwachstum höher als die Schätzungen. Im Durchschnitt lagen die EPS-Schätzungen knapp 100% zu hoch.
Es muss jedoch erwähnt werden, dass die hier aufgeführten EPS-Zahlen dem Marktkonsens entsprechen. Es kann also durchaus sein, dass einzelne Analysten in gewissen Perioden viel bessere Resultate erzielt haben. Es bleibt aber bei der Aussage, dass die Konsensschätzungen grundsätzlich zu bullish sind und sich nur langsam an die Realitäten anpassen.










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Einen nutzloseren und überbezahlteren Berufsstand ist schwer auszumachen (mit ein paar wenigen Ausnahmen – wie immer). Eigentlich sind sie ja eher ein Marketinginstrument der Bank, da sich die grosse Mehrheit der Analysten nur mit Bluechips auseinandersetzt – über die der Markt sowieso schon alles weiss was er wissen kann. Viel brauchbarer wären z.B. die ineffizienteren Small-Caps, aber vermutlich generiert das der Bank zu wenig Transaktionen.