Rekordhohes “Short Covering” im Euro

by rwilli on 21. Juni 2010

Totgesagte leben länger. Der Euro hat (bis jetzt) im Juni die beste Kursentwicklung seit langem hingelegt. Seit dem Tiefststand gegen0000012955f3c4c4556e51c0007f000000000001.20100621 EURUSD 2hours Rekordhohes Short Covering im Euro den US Dollar von rund 1.19 in der ersten Juniwoche hat der EUR rund vier Prozent zugelegt und die Woche bei knapp 1.24 geschlossen. Eine respektable Gegenbewegung, auch wenn wir uns in den letzten zwei Jahren an heftige Währungsvolatilitäten gewöhnt hatten.

Wenn nach langen Abwärtstrends solch’ heftige Gegenbewegungen statt finden, gehen bei mir alle “Short Covering-Alarmglocken” ab. Es drängt sich ein Blick auf die COT-Zahlen auf. Ich habe im März bereits auf die Commitment of Traders (COT) Zahlen hingewiesen und diese damals erklärt.

20100621 Change OpenInterest EUR Rekordhohes Short Covering im Euro

Wöchentliche Veränderung von EUR-Shortpositionen

Diese Grafik (Quelle: Zero Hedge) zeigt, wie sich die Netto-Shortpositionen von “Spekulanten” im Währungspaar EUR/USD in der letzten Woche verändert haben.

Fast 50’000 Kontrakte – 49’585, um genau zu sein – wurden in der letzten Woche gekauft. Das sind gigantische 44% aller vor einer Woche offenen Shortpositionen im EUR gegen den USD. Noch nie wurden in einer Woche soviele Shortpositionen geschlossen wie in der letzten.

Damit präsentieren sich die noch offenen Netto-Shortpositionen von (nicht-kommerziellen) Spekulanten wie auf der zweiten Grafik dargestellt:

20100621 OpenInterest EUR Rekordhohes Short Covering im Euro

EUR Shortpositionen

Wie bereits oben erwähnt, haben sich die Shortpositionen innerhalb einer Woche von -111’945 auf -62’360 reduziert. 44% weniger Shortpositionen im EUR gegen den USD. Durchaus möglich, dass diese Bewegung durch angestiegene Margenerfordernisse von Banken oder Margin Calls beschleunigt wurde.

Es sind heute etwa gleich viel Shortpositionen offen wie im April. Damals handelte der EUR gegen den USD aber bei 1.30.

Tja, für EUR-Bullen ist dies kein besonders ermutigendes Signal. Man kann davon ausgehen, dass diese heftige EUR-Bewegung einen Grossteil der Short-Spekulanten aus dem Markt getrieben hat. Soll der EUR noch weiter ansteigen, so wird er dies nicht (mehr) mit Hilfe von Short-Covering tun können. Es bräuchte als nächstes tatsächliche, fundamentale Verbesserungen in diesem Währungskorb.

{ 1 comment… read it below or add one }

Kapitalmarktexperten.de Juni 22, 2010 um 10:11

Ja, die Erholung (auch in der Stärke) war absehbar, fast planbar. Hoffe, Du hast sie auch für ein paar Longs genutzt ;-)

Leave a Comment

{ 1 trackback }

Previous post:

Next post: