Neulich bin ich bei den Kollegen drüben auf RealTerm auf eine höchst informative Grafik zum aktuellen Bullenmarkt in Gold gestossen. Sie hilft sehr gut, die Entwicklung des Goldpreises der letzten Jahre in eine historische Perspektive zu setzen.
Die schwarze Kurve zeigt die Entwicklung des Goldpreises in US-Dollar pro Unze. Der Höchststand des letzten Aufwärtstrends liegt mit USD 850 (1980) schon weit hinter uns.
Die rote Kurve zeigt den inflationsbereinigten Goldpreis. Etwas präziser: der Goldpreis wurde um den US-Konsumentenpreisindex (CPI) ergänzt. Der inflationsbereinigte Höchststand des letzten Bullmarkets liegt bei USD 2’395 pro Unze. Dies erklärt auch, warum zahlreiche Analysten neben der “magischen” Hürde von USD 2’000 die besagten USD 2’395 als nächstes, grosses (Zwischen-)Ziel dieses Aufwärtstrends bezeichnen. Die rote Kurve relativiert auch die Funktion des Goldes als Inflationsschutz. Wäre Gold wirklich ein effizienter Schutz gegen Inflation, müsste der aktuelle Kurs ja bei USD 2’395 liegen, nicht wahr?
Nun wird’s spannend. Die blaue Kurve zeigt den Goldpreis bereinigt um das Wachstum der Geldmenge M2. Die Überlegung dahinter: Die Geldmenge in den USA (und weltweit…) hätte sich nicht beliebig ausweiten dürfen, sondern hätte weiterhin mit Gold abgedeckt bleiben müssen. Eine Fortsetzung des Goldstandards, quasi. Der Goldpreis erzielt einen um das Geldmengenwachstum bereinigten Höchststand, wenn der Preis pro Unze USD 5’066 überstiegen hat.
Je nach Betrachtungsweise (und eigener Positionierung…) bleibt im aktuellen Gold Bullmarket also noch reichlich Spielraum nach oben offen. Buy the dips.










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Beim CPI müsste man noch anfügen, dass dies die “offizielle”, d.h. mehrfach in den letzten Jahren mit abstrusen Begründungen angepasste “Inflationsrate” ist. Nahrungsmittel und Energie sind hier z.B. nicht enthalten. Also müsste auch der Goldpreis viel höher sein. Daran erkennt man, wie “unterbewertet” der Goldpreis aktuell ist.
buy the dips with full hands!
Genau, der CPI bildet die eigentliche Teuerung, wie sie vom Durchschnittsbürger wahrgenommen wird, sehr ungenau ab. Interessanterweise habe ich zu diesem Thema den allerersten Artikel hier auf financeBLOG verfasst… hmm, schon eine Weile her…
http://www.financeblog.ch/2008/07/10/inflation-unterschiedliche-messmethoden/
Sehr interessante Kurven. Eine logarithmische Darstellung wäre meiner Meinung nach informativer, wenn die Kurse so weite Bereiche überstreichen. Analysiert eigentlich niemand Gold in EUR bzw. CHF?
@Uwe: Was für eine Analyse meinen Sie? Technisch? Fundamental?
@Markus: Technisch.
Technisch ist der Goldpreis in EUR etwas überkauft. Im CHF ist der Preis nach oben ausgebrochen und hat neue Höchst erreicht. Wichtiger ist jedoch, dass der Herbst traditionell stark ist für Gold. Da kann es durchaus zu technischen “Übertreibungen” kommen. Und nun, wo der Hugo sein Gold zuhause bunkern will, werden einige Banken ihr verkauftes Gold wieder zurückkaufen müssen – “Short squeeze”!
Allgemein: Die SNB druckt wieder Geld wie wild. Damit ist der Weg nach oben vorgezeichnet. Ich kaufe Gold (und Silber) mit meinem Franken…
Ich halte die Fakten für aussagekräftiger – und die sprechen eindeutig für eine weiter ansteigende Inflation und demzufolge auch steigende Goldpreise.
Es gibt viele Wege durch Charts und Vergleichswerte einen Wert schön zu reden. Wenn man auf den langfristigen Goldpreis der letzten paar Jahrhunderte blickt ergibt sich ein anderes Bild.
http://2.bp.blogspot.com/_tDRXW0G7BQM/TCZTK_OmuZI/AAAAAAAAAAw/Ba_K4mCnHmM/s1600/600yeargold.gif
Dementsprechend sind Chancen gerade bei technischen Analysen immer relativ zum Betrachtungszeitraum zu bewerten. Ansonsten ist Gold definitiv keine sichere Geldanlage, im Gegenteil.
Wer also fleißig mit Goldfutures oder Goldaktien handiert, hat zum Beispiel in Eurokonten im Fall eines Euro Bailouts oder bei Bankenpleiten das gleiche Problem wie jeder andere. Man würde sein Geld nicht mehr vollständig zurückerhalten, selbst wenn Gold noch etwas Wert besitzen würde.
Folglich eignet sich wenn nur physisches Gold, um sich zum Beispiel gegen einen Währungszusammenbruch abzusichern.
Aber auch physisches Gold ist keine sichere Anlage, so gab es bereits in der Geschichte zur Eindämmung des Goldpreises schlicht Gesetze, so dass Goldbesitzer dieses verkaufen mussten.
Das kann immer wieder passieren, insbesondere wenn viel spekuliert wird. Die Schweizer haben Glück nicht im Euro zu sein.
Ferner halte ich den CPI und die Geldmenge als nicht geeignet um den Goldpreis zu bewerten. Vielmehr muss man die historische Währungsentwicklung betrachten. Wichtig ist das Verhältnis von Gold zum Silberpreis, da beide wesentliche Grundlagen alter Zahlungssysteme sind und sich damit Kaufkraft von Gold in Silber ausdrücken lässt und sich so Kursüber- und Untertreibungen feststellen lassen.
Seit ca. 2000 v.Chr. bis ins 19.Jahrhundert nach Christus gab es fixe Umtauschkurse für Gold, Silber und Kupfer.
Dementsprechend ist Gold entweder massiv überbewertet oder Silber halt extrem unterbewertet.
Normal wäre halt 1 Talent Gold= 10 Talent Silber. Oder in anderen Worten, 1 Unze Gold müsste so viel wie 10 Unzen Silber kosten.
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