by rwilli on 12. Februar 2010
Wie sich die Zeiten ändern. Vor einem Jahr waren die Risikoaufschläge für Unternehmensanleihen so hoch, dass man mit Ausfallraten wie anno 1929-1932 rechnen musste. Allgemein setzte während der hektischsten Phase der Finanzkrise eine Flucht in vermeintlich gute Qualitäten und Staatsschuldner ein. Dies führte u.a. zu einer interessanten Chance für Investoren und ich habe damals zum Glück rechtzeitig unter dem Stichwort “Jahrhundert-Investmentmöglichkeit” darauf hingewiesen.
Heute stehen die Staatsanleihen im Fokus der Investorengemeinde. Die Situation rund um Griechenland hat zu generellem Unbehagen gegenüber Staatsschuldnern geführt. CDS-Preise für manche Staaten haben neue Höchststände erreicht. Wer die Entwicklung der CDS-Preise für Staaten der letzten 10 Jahre verfolgen will, wird auf dieser interessanten Grafik fündig.
by rwilli on 27. Januar 2010
So, wir stehen bereits in der Mitte des 2. Tages an der 25. Int. Kapitalanlegertagung. Ergänzend zum “Update 1” hier noch ein paar (subjektiv empfundene) Konsensmeinungen.
US Dollar
Zahlreiche Referenten sehen im US-Dollar in den nächsten sechs bis zwölf Monaten das Potenzial für Kursgewinne. Zwar wird die fundamentale Schwäche des USD nicht in Frage gestellt. Es wird [...]
by rwilli on 19. Januar 2010
Der Artikel von gestern über die neuen Höchststände von CDS-Preisen für Griechenland ist auf grosses Interesse gestossen. Aber auch der Kommentar von Christian veranlasst mich, die Griechen-Krise noch etwas genauer zu durchleuchten. Die Frage von Christian:
“Wie siehst Du die Gefahr eines (temporären) EURCHF-Kollapses bei Zuspitzung der Probleme in Griechenland?”
Nun, die Schwäche des EUR bzw. die [...]
by rwilli on 18. Januar 2010
Da kann der griechische Ministerpräsident Giorgos Andrea Papandreou noch lange versichern, Griechenland brauche keine Hilfe seitens der EU und er werde den Staatshaushalt nachhaltig sanieren. Die Finanzmärkte glauben ihm schon lange nicht mehr und sehen den fehlenden politischen Willen. So haben denn die CDS-Preise für Griechenland am Freitag einen neuen Höchststand verzeichnet und sind bis auf 342 bp geklettert.
Konkret: Wer jetzt Staatsanleihen von Griechenland im Depot hat und sich gegen einen Zahlungsaufall während den nächsten fünf Jahren versichern will, bezahlt für eine Versicherungssumme von $ 1 Mio. eine Versicherungsprämie von $34′200 pro Jahr. So hoch war die Risikoprämie für dieses Land noch nie.
by rwilli on 12. Januar 2010
Der Montag hat zum Wochenbeginn eine bemerkenswerte Veränderung bei den Preisen für Kreditrisiken gebracht. Erstmals seit dem Höhepunkt der Finanzkrise im 1. Quartal 2009 hat der Index für Risikoaufschläge von Staaten in Europa höher gehandelt als der vergleichbare Index für Risikoaufschläge von Unternehmen. Aber der Reihe nach. Worum geht’s?
Wie auf dem Chart ersichtlich, hat der Markit iTraxx SovX Western Europe-Index (blaue Linie) leicht höher gehandelt als der Markit iTraxx Europe (violette Linie). Diese beiden Indizes haben sich im März 2009, zum Höhepunkt der Finanzkrise, letztmals gekreuzt.
by rwilli on 8. Dezember 2009
Die Dubai-Krise hat einige Investoren wach gerüttelt. Und mit der Sorge um die Qualität von Kreditschuldnern kommt sofort die Diskussion um Credit Default Swaps und die aktuellen Preise auf. Die Grafik zeigt die Preise für Credit Default Swaps auf globale Finanzwerte. Die roten Balken stellen die Preise während der schlimmsten Phase der Finanzkrise (9.3.09) dar, die blauen Balken zeigen die Preise per 4.12.09.
Dazu ein paar Beobachtungen:
by rwilli on 30. November 2009
Genau betrachtet stehen im Zentrum der Dubai-Krise ja zwei Unternehmen. Dubai World ist eine überschuldete, illiquide Firma, welche nach Lösungen sucht. Ein Blick auf die CDS-Preise von Dubai macht aber deutlich, dass der Markt hier eine Einheit sieht.
So haben sich letzte Woche die Preise für Credit Default Swaps auf Dubai von rund 300 auf 550 beinahe verdoppelt. Ähnlich hohe Preise wurden letztmals im Sommer gesehen. Die Prämie für eine Versicherung gegen einen Zahlungsausfall von Dubai in den nächsten fünf Jahren kostet zur Zeit rund 5,5% per annum.
by rwilli on 12. November 2009
Bereits im Juni hat die Zinskurve (”Yield Curve “) im US-Dollar eine rekordhohe Differenz zwischen den zweijährigen und den zehnjährigen Renditen aufgewiesen. Die USD-Zinskurve war damals also so steil wie noch nie.
Nach einer gewissen Beruhigung über die Sommermonate in den Herbst hinein ist nun in den letzten Tagen wieder “Action” rein gekommen. Diese Grafik zeigt die Entwicklung der USD-Renditen. Die schwarze Kurve steht für Renditen mit 10jähriger Laufzeit, die blaue Kurve für Renditen mit 2jähriger Laufzeit. Es fällt sofort auf, dass die Kurven seit Ende Oktober wieder stark auseinander driften. Während die 10jährigen Renditen angestiegen sind, haben sich die 2jährigen Renditen auf 3,2% reduziert. Die Kurve ist also wieder steiler geworden.
by rwilli on 30. September 2009
Wieder einmal so ein Chart, der mehr sagt als tausend Worte. Er zeigt die Renditen (alle in USD) der letzten zehn Jahre für die wichtigsten Anlagekategorien. Got Gold?
Chart: David Rosenberg
by rwilli on 28. September 2009
Die Grafik zeigt die Summe der von ausländischen Gläubigern gekauften US-Staatsanleihen. Es ist ja hinlänglich bekannt, dass ein Grossteil des Kapitalbedarfs der USA aus Asien – vorwiegend aus China und Japan – stammt.
Was wäre, wenn China oder Japan plötzlich keine neuen US-Staatsanleihen mehr zeichnen würden? Es gibt da in letzter Zeit einige Signale vom US-Bondmarkt, die man unbedingt kennen und verstehen sollte. Die Refinanzierung der USA bekommt Risse…
by rwilli on 15. September 2009
Heute vor einem Jahr, am 15.9.2008, kollabierte Lehman-Brothers. Schlagartig schnellten in den folgenden Tagen die Risikoaufschläge für Unternehmensanleihen in die Höhe. Es wurde kaum mehr unterschieden zwischen einzelnen Rating-Klassen. Investoren unterschieden lediglich noch zwischen Staatsanleihen und dem ganzen Rest. Die Credit Spreads (Risikoaufschläge) erreichten Höhen, welche letztmals 1929 während der Great Depression gesehen wurden. Der allzu sorglose Umgang mit “Risiko” wurde jäh gestoppt, “Risiko” hatte plötzlich wieder seinen Preis. Für Junk Bonds wurden Ende 2008 mehr als 2100 Basispunkte Risikoaufschlag verlangt.